Am Anfang der über 100-jährigen Geschichte der Agilia stehen zwei Dinge, die auch heute die Stärke dieser Krankenkasse ausmachen: Der Wille einer solidarischen Gemeinschaft und der Wunsch nach einer sozialen Krankenversicherung.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert standen im luzernischen Malters ein paar Bauernhöfe und an den Ufern der Emme zwei Mühlen und eine Sägerei. Die Menschen fanden ihr Auskommen in Landwirtschaft und Handwerk. Mit dem sozialen Wandel durch die Industrialisierung erwachte in der Dorfgemeinschaft der Wunsch nach einer allgemeinen Krankenkasse, die den Männern in Tagen der Krankheit eine finanzielle Stütze sein sollte.
Am 17. Juni 1899 lud ein Initiativkomitee unter der Leitung von Grossrat Josef Steiner zur Gründungsversammlung der Krankenkasse Malters. Mit der Genehmigung der Statuten durch die Gemeindeversammlung entstand eine der ersten obligatorischen Krankenkassen des Kantons Luzern.
Zum Beitritt waren verpflichtet: alle Arbeiter in der Gemeinde Malters, die bei Meistersleuten angestellt warensowie alle zureisenden Arbeiter. Auch Arbeitgeber und männliche Einwohner zwischen 15 und 45 Jahren konnten nach einer ärztlichen Untersuchung beitreten. Das Angebot der Kasse beschränkte sich zunächst auf eine Taggeldversicherung. Krankenpflegeleistungen waren nicht vorgesehen.
Das Obligatorium wollte jedoch nicht recht Fuss fassen. An der Generalversammlung im Jahre 1904 beteiligten sich neun Mitglieder, 1906 waren es gar nur noch sechs. Zeitweise wurde die Auflösung der Kasse in Erwägung gezogen. Mit der Statutenrevision von 1913 wurde es möglich, sich für ärztliche Behandlungen zu versichern. Und 1916 kam die Wende bei den Mitgliederzahlen: Eine der örtlichen Mühlen ermunterte ihre 56 Arbeiter zum Beitritt und übernahm auch gleich die Prämien. Die zweite Mühle und die Sägerei folgten.
Mit der seit den 1970er-Jahren zunehmenden Mobilität der Menschen vergrösserte sich das Einzugsgebiet der Krankenkasse. Die vergleichsweise kleine Versicherung vernetzte sich mit Branchenorganisationen. Um die Risiken zu minimieren schloss sie sich der RVK Rück Luzern an. Und als Mitglied von Unimedes kann die Agilia zu günstigen Tarifen schweizweit Verträge mit medizinischen Leistungserbringern abschliessen.
In den 1940er-Jahren ging es der Agilia einmal sogar so gut, dass - mit dem Segen des Bundesamtes für Sozialversicherung - auf eine Kostenbeteiligung der Versicherten bei Arztrechnungen verzichtet wurde.
Heute ist die Agilia eine gesunde Krankenkasse, die zur KPT Versicherungsgruppe gehört.
Meilensteine der Agilia
1899 Gründung der Krankenkasse im luzernischen Malters
1913 Neben Taggeld können neu auch ärztliche Behandlungen versichert werden
1916 Drei lokale Unternehmen versichern ihre Mitarbeitenden
1916 Erster Bundesbeitrag
1920 Erster Staatsbeitrag
1926 Aufnahme von Frauen
1934 Aufnahme von Kindern ab dem 4. Altersjahr
1960 Aufnahme von Kindern ab Geburt
2008 Genossenschaft Krankenkasse Malters wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt
2009 Krankenkasse Malters wird in die KPT Versicherungsgruppe eingegliedert
2010 Namenswechsel von Krankenkasse Malters zu "Agilia - Die Krankenkasse"
Quelle: Rede zum 100-Jahr-Jubiläum der Krankenkasse Malters, heute Agilia, 1999 von Louis Düggeli, Vorstandspräsident der KK Malters Genossenschaft und Rektor Schule Malters sowie Ruedi Amrein, Gemeindepräsident von Malters